Das wichtigste Futter für Meerschweinchen ist Heu. Heu muss ganztägig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die erste Mahlzeit des Tages sollte für ein Meerschweinchen nur aus Heu bestehen. Heu hat einen hohen Rohfaseranteil.
Durch die enorme Menge an Heu, die über den Tag verteilt aufgenommen wird, muss der Darm auch viel verarbeiten und ausscheiden, so dass die Verdauung in Gang bleibt. Das ist wichtig, da der Darm von Meerschweinchen sehr dünnwandig ist und keine Muskeln hat. Deshalb wird die Nahrung nicht selbstständig weitertransportiert, sondern muss durch ständiges Fressen "nachgestopft" werden (Stopfmagen).
Der weitere Grund für die Fütterung von Heu auf Grund des hohen Rohfaseranteils ist Zahnabrieb. Meerschweinchenzähne haben offene Wurzeln. Dadurch wachsen sie das ganze Schweineleben. Um die Zähne abzuschleifen, müssen Meerschweinchen viel Heu fressen. Dieses wird durch eine Vorwärts-Rückwärts-Bewegung zerrieben. Dabei schleifen sich auch die Zähne ab. Der Zahnabrieb in einer Woche beträgt ca. 2mm. Die Backenzähne werden ausschließlich durch Heu abgerieben. Weder Knabberstangen noch Trockenfutter tragen zum Abrieb der Backenzähne bei!
Wichtig:
Bitte verfüttert nur hochwertiges Heu. Es sollte grünlich, trocken und frisch duftend sein. Muffeliges, gelbes Heu mögen Meerschweinchen nicht. Feuchtes und schimmeliges Heu macht krank. Gut und günstig ist Heu oft bei Bauern oder Pferdehöfen zu bekommen.
Bei der Frischfuttergabe an Meerschweinchen unterscheidet man zwischen Grünfutter und Saftfutter. Unter Grünfutter versteht man Gras, Löwenzahn, Wildgräser, Löwenzahn und ähnliches. Saftfutter bezeichnet Gemüse und Obst.
Als Grünfutter bezeichnet man alle Futterpflanzen, die auf Wiesen wachsen, z.B. Löwenzahn, Sauerampfer, Kamille, Spitzwegerich, Gras). Grünfutter enthält alle wichtigen Nährstoffe und macht nicht dick. Deshalb kann es reichlich verfüttert werden. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass das Futter trocken ist. Feuchtes Futter ist selbsterhitzend und gärt. Die Meerschweinchen können dadurch Fehlgärungen bekommen, besonders im Blinddarm, die zu Koliken, Durchfall oder Blähsucht führen. Grünfutter sollte im Wald oder auf Wiesen gepflückt werden. Niemals am Straßenrand oder am Rand von gedüngten Feldern.
Rasenschnitt darf nicht verfüttert werden. Die Grashalme sind sehr kurz und erhitzen sich auf Grund ihrer Schnittfläche sehr schnell. Der Gärprozess setzt schnell ein. Gras, das mit der Sense geschnitten wurde, kann verfüttert werden.
Um den Vitaminbedarf der Meerschweinchen zu decken kann zusätzlich zum Grünfutter Saftfutter gegeben werden. Die Saftfuttergabe sollte zwei bis drei Mal täglich erfolgen. Die Mengen, die gefüttert werden, sollten sofort gegessen werden, übrig gebliebenes bitte entfernen. Gemüse wird täglich verfüttert, Obst sollte maximal ein Mal die Woche gefüttert werden, da es sehr süß ist und dick macht.
Meerschweinchen müssen mindestens 10% ihres Körpergewichts an Frischfutter fressen. Nach oben hin ist keine Grenze gesetzt.
Meerschweinchen Ernährung: Wasser
Wasserbedarf bei Meerschweinchen
Meerschweinchen brauchen immer und zu jeder Zeit frisches Wasser.
Unbedingt notwendig ist auch die ständige Verfügbarkeit von frischem Wasser. Spezielles Nager- oder Wellnesswasser ist hierbei völlig überflüssig. In ihnen sind Mineralien enthalten, die Meerschweinchen bei ausgewogener Fütterung sowieso erhalten. Bei guter Wasserqualität kann man sehr gut Leitungswasser nehmen. Die Tränken oder Näpfe sollten täglich frisch befüllt werden.
Der Wasserbedarf eines Meerschweinchens liegt bei ca. 100 ml pro Tag. Aber es gibt auch Meerschweinchen, die sich zu regelrechten "Säufern" entwickeln (hier sollte man vom Tierarzt überprüfen lassen, ob das Tier evtl. Diabetes hat) oder nur sehr wenig Trinken. Aber auch Tiere, die scheinbar nie trinken, solten immer Wasser zur Verfügung haben.
Ob man das Wasser in Näpfen, Nippeltränken oder Tränken mit Metallstiften anbieten bleibt letztendlich jedem selber überlassen. Der Napf ist sicher die beste Lösung aus Meerschweinchensicht, da eine natürliche Trinkhaltung eingenommen wird. Damit kein Streu in den Napf hinein fliegt, kann man ihn auf eine Fliese oder erhöht auf ein Häuschen stellen.
Da meine Tiere leider keinen Napf annehmen, habe ich mich für eine Tränke mit Metallstift entschieden. Der Vorteil gegenüber anderen Tränken: solange der Stift gedrückt bleibt, fließt das Wasser und das Meerschweinchen kann trinken. Bei den Nippeltränken mit einer Metallkugel kommt immer nur ein Tropfen raus. Seit ich die Tränken mit Metallstiften habe, trinken meinen Meerschweinchen wesentlich mehr.
Meerschweinchen Ernährung: Trockenfutter
Meerschweinchen Trockenfutter
Trockenfutter ja oder nein? Eine Frage, die immer wieder sehr ausführliche Diskussionen aufwirft, auch wenn kein Meerschweinchen wirklich Trockenfutter benötigt.
Um eines vorneweg zu sagen: kein Meerschweinchen benötigt Trockenfutter. Auch trächtige Meerschweinchen, Jungtiere, Tiere in ganzjähriger Außenhaltung u.ä. können ohne Trockenfutter sehr gut mangelfrei ernährt werden. Sollte man trotzdem Trockenfutter geben wollen, sollte man nur wenig füttern und auf die Zusammensetzung achten.
Im günstigsten Fall sollte das Futter folgende Inhaltsstoffe haben:
Rohfaser 12 - 14 %
Rohprotein 16 - 18 %
Rohfett 3 %
Rohasche 6 - 7 %
Ungesund bis schädlich sind gemischte Körnerfutter aus Supermärkten und Zoohandlungen. Mais, bunte Ringe, Getreidekörner, Sonnenblumenkerne, Rosinen usw. haben nichts im Futter für Meerschweinchen zu suchen. Zudem sind in diesen Futtersorten oft folgende Inhaltstoffe zu finden:
Zucker, Mehl, Bäckerei- Nebenerzeugnisse, Saaten und Honig.
Diese Inhaltsstoffe werden zumeist zu leichtverdaulichem Zucker abgebaut, durch den die Darmtätigkeit negativ beeinflusst werden kann,
Pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse
Dieses sind irgendwelche Abfallprodukte aus der Lebens- bzw. Futtermittelherstellung.
Dadurch sind diese Futtersorten völlig ungeeignet.
Will man Trockenfutter verfüttern, empfehle ich eine Mischung aus getreidefreien Pellets (z.B. Topinamburpellets), getrocknetem Gemüse und getrockneten Kräutern. Das Trockengemüse quillt im Magen auf und führt zu einem starkem Sättigungsgefühl. Dadurch fressen die Meerschweinchen zu wenig Heu. Pro Tier und Tag gilt daher die Regel maximal 1 TL voll Trockenfutter, besser weniger. Denn Trockenfutter ist nur ein Leckerchen und sollte auch als solches verfüttert werden.
Wertvolle Inhaltsstoffe können die Meerschweinchen nicht aus dem Futter ziehen. Diese bekommen sie durch das Heu und das Frischfutter.
Trockenfutter ist oft sehr hart, so dass viele meinen, dass die Meerschweinchen sich damit die Zähne abnutzen können. Das ist falsch. Die Meerschweinchen zerbeißen das Futter nur und schlucken es dann runter. Es wird nicht wie das Heu zermahlen. Durch die extreme Härte kann es zudem zu Abbrüchen an den Zähnen kommen.
Ein weiterer Aspekt gegen Trockenfutter ist der sehr geringe Wassergehalt. Um ihn auszugleichen müssen die Meerschweinchen die dem Trockenfutter entzogene Menge Wasser zusätzlich zu ihrem täglichen Wasserbedarf trinken. Dies machen jedoch die allerwenigsten Meerschweinchen. Da eine zu geringe Wasseraufnahme - neben erblichen Komponenten - jedoch die Hauptursache für Blasensteine sind, rate ich von einer Fütterung mit Trockenfutter ab.
Folgen von falscher Trockenfutterfütterung:
Überfütterung von Trockenfutter und Bewegungsmangel führen zu Übergewicht.
Leberverfettung, woran vor allem schwangere Weibchen häufig sterben
Fehlfunktion des Darmes (wie Durchfall, Blähungen) bei leichten Erkrankungen, die zum Tod führen können.
Backenzahnabszesse durch zu harte Pellets
Durch hohe Zuckerwerte im Futter wird der Urin übersäuert, dies kann zu Blasenentzündungen führen
Durch einen zu hohen Anteil an Trockenfutter kann Harngrieß entstehen. So nennt man die weiße oder andersfarbige Beimengungen im Urin. Dieser kann zu Blasensteinen führen.
Stärke wird in Zucker umgewandelt. Dieser vergärt zu Hefe und es entstehen oft Fehlgärungen im Magen. Dadurch bläht sich der Darm auf die Meerschweinchen bekommen starke Bauchschmerzen.
Alle Knabberstangen, Drops, Ringlis und wie die ganzen „Snacks“ für Meerschweinchen heißen, lässt man am besten im Regal stehen. Sie machen nicht nur dick, sondern sind mitunter richtig ungesund für Meerschweinchen.
Meerschweinchen "Snacks" Inhaltsstoffe:
Getreide / Mais Diese Nahrungsmittel sind sehr stärkehaltig und machen schnell satt. Die Stärke wird in Zucker umgewandelt, es kommt zu Fehlgärungen, der ph-Wert des Darmes sinkt ab und gibt so Bakterien (wie z. B. Kolibakterien) idealen Nährboden.
Melasse / Zucker / Honig Entsprechen nicht annähernd den natürlichen Bedürfnissen von Meerschweinchen, machen schnell satt, führen zu Fehlgärungen und Übergewicht, senken den ph-Wert des Darms.
Zucker erhöht die Futtermittelakzeptanz. Aus diesem Grund ist Zucker oft in Tierfutter zu finden.
Nüsse / Kerne Sind extrem fetthaltig (z. B. enthalten Sonneblumenkerne ca. 45 % Fett), durch den hohen Sättigkeitsgrad wird zu wenig Heu aufgenommen, die Verdauung wird verlangsamt
Eier / Milch und Milcherzeugnisse / tierischens Eiweiß / Pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse / Konservierugsstoffe Diese Inhaltsstofe sind nur schwer verdaulich und ensprechen nicht im Geringsten den Anforderungen vom artgerechtem Futter
Wenn man diese Aufzählung liest, dürfte jeden selber klar sein, wieso solche "Leckerchen" nicht verfüttert werden sollen. Sie machen krank!
Als Leckerei besser Gemüse und Obst, sowie Kräuter.
Zum Zahnabrieb für die Schneidezähne, denn dafür werden Knabberstangen ja angepriesen, eignen sich Äste von Buchen, Nussbäumen und Obstbäumen.
Vitamine für Meerschweinchen:
Solange Meerschweinchen gesund, abwechslungsreich und artgerecht ernährt werden, sind Vitaminzusätze völlig unnötig, ja sogar schädlich. Denn nicht nur ein Mangel, sondern auch Überdosierungen von Vitaminen machen krank. Zusätzliche Vitamine benötigen nur kranke Tiere. Hier rate ich dazu, nicht irgendein Präparat aus der Zoohandlung zu nehmen, sondern zum Tierarzt zu gehen, um sich beraten zu lassen.
Wann mögen die Meerschweinchen was in welcher Menge? Was ist schädlich, was ist nützlich? Hier gibt es eine Auflistung der Pflanzen, welche Meerschweinchen fressen bzw. nicht fressen dürfen.
Gemüse für das Meerschweinchen
Aubergine
nur die ganz reife Frucht ohne Grün verfüttern, unreife Früchte und Grün enthalten Solanin
Blattspinat
wegen des hohen Anteils an Oxalsäure nur selten verfüttern
Brokkoli
hoher Vitamin C Gehalt, enthält Oxalsäure, langsam anfüttern
Chicoree
äußere Blätter entfernen (enthalten Oxalsäure), nur wenig füttern, kann zu Durchfall führen
Chinakohl
Eichblattsalat
Eisbergsalat
Salate nur wenig verfüttern, enthalten viel Nitrat, dieses kann zu Durchfall und Blähungen führen
Endiviensalat
vitamin- und mineralstoffreich, appetitanregend
Feldsalat
Salate nur wenig verfüttern, enthalten viel Nitrat, dieses kann zu Durchfall und Blähungen führen
Fenchel
Hoher Vitamin- und Mineralgehalt, kann den Urin verfärben, bei Verdauungsbeschwerden gut verträglich
Friseesalat
Grüner Hafer
Gurke
Sehr beliebtes Futter, auf Grund ihres hohen Wassergehaltes nicht zu viel füttern
Kohlrabi
Blätter dürfen mit verfüttert werden, langsam anfüttern, nur wenig geben
Kohlrübe
Kürbis
Blätter können mit verfüttert werden, keine Zierkürbisse
Kopfsalat
Salate nur wenig verfüttern, enthalten viel Nitrat, dieses kann zu Durchfall und Blähungen führen
Lollo Bianco, Lollo Bionda, Lollo Rosso
Mais
Maisblättern und -stengel können verfüttert werden, die Kolben machen dick
Mangold
wegen des hohen Anteils an Oxalsäure nur selten verfüttern
Möhren
Relativ kalorienreich, nicht jeden Tag füttern, Grün kann mit verfüttert werden (aber nur wenig, da reich an Kalzium), kann den Urin färben
Pastinaken
Paprika
Strunk und unreife Stellen entfernen (enthalten Solanin), hoher Vitamin C Gehalt
Radiccio
Radieschenblätter
Radieschen selber bitte nicht verfüttern, sie sind zu scharf und reizen die Atemwege
Rote Beete
Wegen des hohen Anteils an Oxalsäure nur in geringen Mengen verfüttern, kann den Urin und Kot verfärben
Ruccola
Rübstiel
hoher Vitamin C Gehalt
Sellerie
Es dürfen Knollen- und Stangensellerie komplett mit Grün verfüttert werden, Knollensellerie bitte schälen
Spargel
stark harntreibend, nur selten verfüttern
Steckrübe
vor allem als vitaminreiches Winterfutter geeignet
Tomate
auf Grund der Säure nur wenig verfüttern
Topinambur
die komplette Pflanze kann verfüttert werden
Zucchini wird nicht von allen Meerschweinchen gefressen
Unverträgliches / giftiges Gemüse für das Meerschweinchen:
Zwiebelgewächse
Führen zu Blähungen, dazu gehören auch Porree und Schnittlauch
Kohlarten in zu hohen Mengen
Folgen sind Durchfall und Blähungen
Hülsenfrüchte
Kartoffeln
Die Stärke ist schwer verdaulich
Avocado
Obst für das Meerschweinchen
Grundsätzlich sollte Obst nur eine Leckerei sein und einmal die Woche verfüttert werden.
Apfel
nicht bei Lippengrind verfüttern, die Säure reizt die verletzte Haut zussätzlich
Bananen
Hoher Zuckeranteil, wirkt stopfend, sehr selten und nur eine kleine Scheibe für jedes Meerschweinchen verfüttern
Birnen
Hoher Zuckeranteil, nur sehr selten verfüttern, kann zu Durchfall führen
Erdbeeren
Grün kann mit verfüttert werden
Hagebutten
können frisch und getrocknet verfüttert werden, sehr hoher Vitamin C Gehalt
Kiwi
Fruchtsäuren säuern den Urin an und reizen die Haut, nur selten verfüttern
Madarinen
Fruchtsäuren säuern den Urin an und reizen die Haut, nur selten verfüttern
Melone
Hoher Zuckeranteil, nur selten verfüttern
Weintrauben
selten und ohne Kerne verfüttern
Unverträgliches / giftiges Obst für das Meerschweinchen:
Alle Steinobstsorten
Enthalten viel Blausäure und führen zusammen mit Wasser zu Durchfall
Exotische Früchte wie Mango, Papaya, Grantapfel
Führen zu schwere Verdauungsstörungen
Rhabarber
enthält zu viel Oxalsäure
Kräuter für das Meerschweinchen
Frische Kräuter könnten unbegrenzt verfüttert werden. Nach neuen Studien fördern sie keinen Calsciumoxalatsteine. Getrocknete Kräuter sollten pro Tier und Woche maximal eine Handvoll verfüttert werden, da die Meerschweinchen nicht genügend trinken können, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.
Alle Kräuter können frisch und getrocknet verfüttert werden.
Baldrianwurzel
Basilikum
Beifuß
Breitwegerich
Brennessel
nur getrocknet verfüttern, sehr hoher Vitamin C Gehalt, wirkt harntreibend
Brombeerstrauch
Dill
wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, regt Milchbildung an, lindert Blähungen
Echinacea
stärkt die Abwehrkräfte, nur gesunden Tieren verfüttern
Gänseblümchen
Giersch
Gras
kann nach anfüttern in sehr großen Mengen verfüttert werden
Golliwoog
eine Topfpflanze, die verfüttert werden kann
Getreidehalme
ohne Körner verfüttern
Himbeerstrauch
Hirtentätschelkraut
Huflattich
Johannisbeerstrauch
Johanniskraut
gegen Appetitlosikgeit, hilft bei Wundheilung
Kamille
gut bei Verdauungsbeschwerden, entzündungshemmend
Kümmel
Lavendel
Liebstöckel
Löwenzahn
harntreibend und appetitanregend
Majoran
Melisse
gut bei Verdauungsbeschwerden
Minze
Oregano
Petersilie
nicht an schwangere Meerschweinchen verfüttern, wirkt wehentreibend
Pfefferminze
wirkt entkrampfend
Ringelblumenblüten
Rosmarin
Salbei
auf Grund des hohen Thujongehaltes nur in kleinen Mengen verfüttern
Schafgarbe
appetitanregend, gut bei Blasen- und Nierenerkrankungen
Sonnenblumen
nur die Pflanze und Blütenblätter ohne Kerne verfüttern
Spitzwegerich
kann unterstützung bei Erkältungen gegeben werden
Thymian
unterstützt bei Erkrankungen der Atemwege
Vogelmiere
Zitronenmelisse
gut bei Verdauungsbeschwerden
Giftige Pflanzen für Meerschweinchen
Agave
Alpenveilchen
Aronstab
Bärenklau
Buchsbaum
Buschwindröschen
Christrose
Efeu
Eibengewächse
Eisenhut
Farne
Fingerhut
Geranien
Ginster
Goldregen
Hahnenfuß
Heckenkirsche
Herbstzeitlose
Holunder
Ilex
Lebensbaum
Lilien
Lupine
Maiglöckchen
Narzissen
Oleander
Osterglocken
Primel
Schneeglöckchen
Sommerflieder
Stechapfel
Tollkirsche
Wacholder
Zweige / Blätter für das Meerschweinchen
Ahorn
ohne Blüten und Knospen, nur wenig verfüttern
Apfelbaum
kann in großen Mengen verfüttert werden
Birke
enthalten viel Gerbsäure, nur wenig verfüttern
Birne
kann in großen Mengen verfüttert werden
Buche, Rotbuche
stark oxalhaltig, nur wenig verfüttern
Erle
nur geringe Mengen verfüttern
Fichte
Nadelbäume sind schwer verdaulich und werden nicht von allen Meerschweinchen vertragen
Haselnuss
kann in großen Mengen verfüttern werden
Johannisbeer
kann in großen Mengen verfüttert werden
Kiefer
Nadelbäume sind schwer verdaulich und werden nicht von allen Meerschweinchen vertragen
Linde
Tanne
Nadelbäume sind schwer verdaulich und werden nicht von allen Meerschweinchen vertragen
Weide, Korkenzieherweide
Unverträgliche / giftige Zweige / Blätter für das Meerschweinchen:
Eibe und Thuja
Sind beide giftig
Eiche ist problematisch, sie kann zu Vergiftungserscheinungen (Durchfall, Koliken, Appetitlosigkeit) führen, wenn nur sehr wenig verfüttern
Steinobstbäume
Die Zweige dieser Bäume enthalten viel Blausäure und sollten daher nicht verfüttert werden
Fütterungsplan für Meerschweinchen:
Morgens
reichliche Heugabe
Mittags
erste Grünfütterung
Nachmittags
zweite Grünfütterung
gegebenenfalls Fütterung des Trockenfutters
Abends
gegebenenfalls dritte Grünfütterung
Über den Tag verteilt immer wieder frisches Heu anbieten, Wasser bei Bedarf auffüllen oder erneuern.
Zwangsernährung / Zwangsfütterung von Meerschweinchen
Wenn Meerschweinchen aufhören zu fressen und sogar ihr Lieblingsfutter verweigern ist das immer ein Krankheitsanzeichen! Meerschweinchen dürfen keine Fresspause einlegen, da ihre Darmtätigkeit sonst zum Erliegen kommt. Frisst ein Meerschweinchen nicht selbstständig, muss es zugefüttert werden.
Meerschweinchen haben einen Stopfmagen, das heißt, dass der Darm nur in Bewegung bleibt und die Nahrung verdauen kann, wenn er neue Nahrung bekommt. Eigene Muskeln zur Weiterbeförderung der Nahrung hat der Darm nicht. Bei der ersten Mahlzeit (Frischfütterung), die Euer Meerschweinchen auslässt, solltet ihr zum Tierarzt gehen. Es ist ein ernstzunehmendes Krankheitsanzeichen. Wenn man länger wartet, kann es schon zu spät sein.
Wenn Euer krankes Meerschweinchens nicht von alleine frisst, müsst Ihr es zufüttern.
Wenn man nichts anderes hat, kann man einen Brei aus den Trockenfutterpellets herstellen. Die Pellets werden mit kochendem Wasser übergossen oder in der Kaffemühle gemahlen und mit Wasser vermischt und so zu einem Brei verarbeitet. Diesen Brei abkühlen lassen und dann mit einer Spritze (ohne Nadel) ins Maul geben. Immer nur so viel ins Maul geben, wie das Meerschweinchen auch fressen kann. Wie viel zugefüttert werden muss, hängt von der Menge ab, die Euer Meerschweinchen noch selber frisst. Ebenso muss Wasser mit einer Spritze zugeführt werden. Pro Mahlzeit mindestens 2 ml. Nach dem Zufüttern sollte das kranke Meerschweinchen noch ca. 15 Minuten auf Eurem Schoß bleiben und den Bauch massiert bekommen. Die Wärme und das Massieren steigert die Darmtätigkeit.
Frisst ein Meerschweinchen gar nichts mehr selber, sollte alle drei Stunden gefüttert werden, auch nachts. Und das so viel, bis das Meerschweinchen nicht mehr will. Verweigert das Meerschweinchen das Päppeln, muss man sanfte Gewalt anwenden.
Schnell sollte man auf einen gesunden Brei aus Gemüse, Gras und Heu umsteigen.
Zu viel sollte das Meerschweinchen nicht zugefüttert bekommen, denn wenn es keinen Hunger hat, wird es nicht freiwillig ans Essen gehen. Man muss dann einfach schauen, wie sich das Gewicht entwickelt. Es muss auf jeden Fall gehalten werden. Man sollte dem kranken Meerschweinchen immer Heu und (außer bei Durchfall) auch immer wieder Frischfutter anbieten.
Wichtig ist, dass man täglich das Gewicht kontrolliert. Nimmt das Meerschweinchen ab, muss man mehr zufüttern.
Zugefüttert werden muss so lange, bis das Meerschweinchen wieder ausreichend frisst!
Päppelbreie selber gemacht
Schnell und einfach kann man selber einen Päppelbrei herstellen. Dazu braucht man:
Fencheltee oder Kümmeltee
Gemüse
Haferflocken
Gras / Heu
Fenchel
Kräuter (frisch oder getrocknet)
Quinoa
Leinsamen
oder
aufgeweichte / gemahlene getreidefreie Pellets
Heusud (Heu mit kochendem Wasser übergießen und den Sud nehmen)
Gemüse
Gras
Kräuter
Quinoa in einer Kaffemühle oder Getreidemühle mahlen. Alle anderen Zutaten in die Küchenmaschine geben und zu einem homogenen Brei musen, das gemahlene Quinoa untermischen und dann zufüttern.
Falls das Meerschweinchen etwas Trockenfutter gewöhnt ist, kann man dieses auch in einer Kaffeemühle mahlen und zu dem Brei dazu mischen.
Alle Sachen für einen Päppelbrei sollte man für den Notfall - der bekanntlich gerne auch an Wochenenden oder an Feiertagen eintritt - immer im Haus haben.
Critical Care: Zufütterung für Meerschweinchen
Hat man nichts anderes im Haus, kann man sich auch Critical Care vom Tierarzt holen. Dies ist ein Pulver, das mit Wasser zu einem Brei angerührt wird. Es basiert auf Timothy-Grasmehl, das einen hohen Rohfaseranteil hat, der beim Mahlen aber leider fast komplett verloren geht. Meerschweinchen mögen den Geschmack von Critical Care anscheinend. Meistens fressen sie es gern.
Leider haben sich die Inhaltsstoffe in den letzten Jahren zum Negativen hin verändert. Weizen (viel zu viel Gluten, hemmt die Aufnahme verschiedener Mineralien und Spurenelemente), gentechnisch veränderter Soja (der in Tests zu Organschäden führte), Melasse (dunkler Honigsirup mit 50% Zucker) und Mineralöl haben nichts in einem Futter für Meerschweinchen verloren. Schon gar nicht in einem für kranke Meerschweinchen.
Rohfaser 21 - 25 % (durch das Mischen mit Wasser im Brei selber nur ca. 10% Rohfaseranteil)
Anwendung: 1 Teil Critical Care wird mit 1,5 Teilen Wasser zu einem Brei vermischt. Um den Brei flüssiger zu machen einfach etwas Wasser zugeben. Pro kg Körpermasse soll das Meerschweinchen 50 ml Brei am Tag zu sich nehmen, verteilt auf mindestens 4 bis 6 Mahlzeiten am Tag. Je mehr desto besser, ideal ist eine Fütterung alls zwei Stunden (auch nachts).
Zu beziehen ist Critical Care bei Herrn Wenzel (email wenzels@wugnet.de) oder unter www.fraumeier.org ( email info@fraumeier.org). Außerdem kann man es mittlerweile in einigen Internet Shops kaufen.
Mittlerweile vertreiben auch einige Tierärzte Critical Care. Ein Anruf bei den Tierärzten in Eurer Nähe kann also Erfolg bei der Suche bringen.
Ich rate aber zu eigenen Päppelbreien, da weiß man in jeden Fall, was enthalten ist.